Mit dem Projekt Areal Kreuzstrasse entsteht schrittweise ein modernes, zukunftsorientiertes Sicherheits- und Dienstleistungszentrum für den Kanton Nidwalden. Ein klar strukturierter Fünf-Phasen-Plan sorgt dafür, dass die Entwicklung sorgfältig aufeinander abgestimmt erfolgt – mit grösstmöglicher Planungssicherheit für alle Beteiligten. Das Vorhaben wurde 2016 vom Regierungsrat gestartet. In der ersten Phase wurden die Grundlagen gelegt: Bedürfnisse abgeklärt, frühere Studien ausgewertet und der weitere Entwicklungsprozess definiert.
Im September 2019 wurde mit dem Testplanungsverfahren gestartet, für das der Landrat rund 695'000 Franken bewilligt hat. Die Testplanungsphase hat gezeigt, dass die Bedürfnisse an ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum grundsätzlich abgedeckt werden können auf dem Areal und dabei auch die Stützpunktfeuerwehr und der Rettungsdienst integriert werden könnten.
Im Mai 2023 bewilligte der Landrat einen Objektkredit von 1.63 Mio. Franken für die Erarbeitung eines Gestaltungsplans mit Richtprojekt. Dafür wurde ein zweistufiges Studienauftragsverfahren mit mehreren Planerteams lanciert. Ziel war es, auf Basis klarer Rahmenbedingungen und abgestimmter Teilprojekte in die nächste Planungsphase zu starten. Im Verlauf dieser Arbeiten zeigte sich, dass die geplante Umgestaltung des Verkehrsknotens Kreuzstrasse das Areal stärker beeinflusst als angenommen. Neue Verkehrsstudien bis 2040 machen deutlich: der bisher planerisch berücksichtigte Ausbau des Kreisels reicht nicht aus – das Gebiet muss künftig über die Ränder erschlossen werden. Zusätzlich ist im Zusammenhang mit dem Verkehrssicherheitszentrum (VSZ) eine neue Variante hinzugekommen. Der Kanton Obwalden plant am Standort Foribach in Sarnen einen Neubau seines Zentrums. Eine gemeinsame Lösung mit Prüfhallen und Teststrecken wird derzeit vertieft untersucht. Die Ergebnisse werden noch im Verlauf von 2025 erwartet.
Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurde das Verfahren angepasst. Dem Landrat wurde im Oktober 2025 ein entsprechender Planungsbericht vorgelegt. Zu diesem wurde eine Anmerkung beschlossen, dass bezüglich der beiden Teilprojekte «Verkehrssicherheitszentrum» und «Gefängnis» eine grössere Planungssicherheit erreicht werden muss, bevor die Gesamtplanung fortgesetzt wird. Die raumplanerischen Grundlagen (Gestaltungsplan und Richtprojekt) werden anschliessend von einem einzelnen Planungsteam abgeschlossen.
Der Gestaltungsplan wird sich über die drei Standortgemeinden Stans, Buochs und Oberdorf erstrecken. Die Beschlussfassungen dieser Gemeinden sind gemäss aktuellem Zeitplan im Jahr 2027 vorgesehen. Erste Kreditanträge für Architekturwettbewerbe von Objekten des Sicherheitskompetenzzentrums sind daher frühestens 2028 zu erwarten.
Testplanung und Vertiefung
Nach der Phase I mit der Bedürfnisanalyse werden mit dem Instrument der Testplanung zwei zentrale Anforderungen erfüllt. Erstens wird eine übergeordnete und gemeinsame Vorstellung für die Gestaltung und Nutzung des Areals Kreuzstrasse erarbeitet. Zweitens garantiert das Verfahren die Entwicklung optimaler Betriebs- und Funktionsabläufe zwischen den unterschiedlichen Nutzern. Das stellen drei Architekturbüros sicher, die in Zusammenarbeit mit dem Kanton und weiteren Akteuren konkrete Szenarien erarbeiten. Folgende Büros sind dafür ausgewählt worden: Christian Salewski & Simon Kretz Architekten GmbH Zürich, Graber & Steiger Architekten Luzern sowie Theo Hotz Partner AG Zürich. Das Resultat der Testplanung ist ein Synthesebericht, basierend auf diesem sollen im politischen Prozess der effektive «Bestellzettel» für das Areal und die weiteren planerischen Schritte hergeleitet werden.
Dauer der Phase: 2019 - 2022
Die Ziele der Phase II sind:
- In Kooperation mit allen relevanten Akteuren, Fachplanern und unter Berücksichtigung der definierten Rahmenbedingungen mehrere Bebauungsszenarien in geeigneter Darstellungsform erarbeiten.
- Überarbeitung des geeigneten Bebauungsszenarios für das Areal der Kreuzstrasse als raumplanerische Grundlage und ev. ein Wettbewerbsverfahren.
Raumplanerische Umsetzung und Richtprojekt
Auf Basis des Testplanungsresultats werden die raumplanerischen Grundlagen erarbeitet. Ziel ist es, die Umsetzung von übergeordneten Ideen zur Funktion und Gestaltung des Areals im Rahmen einer Gestaltungsplanung rechtlich zu sichern und verbindlich zu definieren. Damit wird eine etappenweise Realisierung des Areals sichergestellt.
Dauer der Phase: 2022 -
Die Ziele der Phase III sind:
- Erarbeitung der raumplanerischen Grundlagen mit Richtprojekt auf Grundlage der Testplanung.
- Genehmigung der raumplanerischen Instruments zur rechtlichen Sicherung der Vorgaben für die nachfolgenden Einzelprojekte und deren etappenweise Realisierung.
Etappierte Wettbewerbsverfahren
Die Ämter und Organisationen erhalten mit den raumplanerischen Instrumenten die Grundlage, auf der sie ihre einzelnen Projekte planen und realisieren können. Um die ortsbauliche und architektonische Qualität der einzelnen Projekte auf dem Areal sicherzustellen, soll pro Entwicklungsetappe ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden.
Die Ziele der Phase IV sind:
- Die Evaluation und Prämierung eines Projekts, welches auf den Grundlagen und Vorgabe der jeweiligen Direktionen eine herausragende architektonische und funktionale Qualität mit einem entsprechenden Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist.
Projektierung und bauliche Umsetzung
Auf Basis der Siegerprojekte aus den einzelnen Architekturwettbewerben werden die Projekte geplant und – nach der Genehmigung von entsprechenden Baukrediten – etappiert umgesetzt.
Die Ziele der Phase V sind:
- Eine effiziente und zielorientierte Planung und Realisierung der einzelnen Projekte unter dem Aspekt hoher Qualitätsansprüche und der Einhaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.